Geschichte

Graf Johannes II. gründete 1317 aus strategischen Gründen die Ortschaft Neuenhaus. Es war weniger ein Wohnort, als ein Fort für Arbeiter des Grafen und Soldaten zum Schutze der Arbeiter. Von dort aus sollten wirtschaftliche Belange des Areals des Osterwaldes (der u.a. Georgsdorf, Alte Piccardie bis hin nach Adorf miteinbezog).

1380 kaufte der Graf von Bentheim ein Holzgericht von Herrman von Gölenkamp. Das Gebiet lag direkt inmitten des Osterwaldes. Der Graf ließ von nun an die Abholzung vorantreiben. Beachtliche Flächen wurden freigelegt und das Holz wurde verkauft. Von dort an achtete der Graf von Bentheim auch darauf, das niemand in der Nähe wohnt, der sich dieses Holz aneignen könnte. Das bewandern und besiedeln des Gebietes des Grafen war danach über viele Jahrhunderte nicht gestattet.

Jeder Neubauer erhielt dann soviel Grund, wie er haben wollte, wenn er innerhalb festgelegter Grenzen blieb.

Im Jahre 1725 wurde das erste Einwohnerprotokoll aufgenommen, wonach Gerd Moß der erste benannte Siedler auf dem Gebiet war.

Benachbarte Gemeinden reagierten verärgert darauf, das er und die darauffolgenden protokollierten Einwohner als Piccardier eingetragen wurden. So schrieb die Aebtessin J.M.J. von Herdig :

„Knechte und Mägde, welche träge und den Bauern zu dienen zu stolz sind, langen um Wohnplätze auf der Piccardie; haben sie diese erhalten, vermeinen sie, das Brot gekauft zu haben. Weit gefehlt! Das ganze Land und besonders die benachbarten, welche die Landeskasse beibehalten müssen, haben das schmerzliche Gefühl, davon zu einer folgenden Ohnvermögenheit verurteilt (zu werden)“

Dies führte u.a. dazu, das einige Siedler schon mal Drohungen einstecken mussten. So schrieb zum Beispiel der Hausvogt J.G. Köhler :“ So eben kommen die Neuen Piccardier und zeigen Ahn, daß gestern 6 Coppel Schafe aus Wietmarschen in Grünlanden dießerseites Huethmathe gehüedet hätten, welches eigentlich im May Monath gahr nicht geschehen Mag. Es sind mehr als 1000 Stück gewesen; mithin bleibt nichts zur Nahrung des Rindviehes übrich, wenn diesem unfug nicht abgeholfen wird.“

Die evangelisch-reformierte Gemeinde Georgsdorf entstand durch Ausgliederung vom Kirchspiel Veldhausen im Jahre 1866. Nach Fertigstellung der Kirche und des Pfarrhauses, welche mit Hilfe von großzügigen Spenden des hannoverischen Königs Georg V. und des preußischen Königs Wilhelm I. gebaut wurde, konnte der erste Prediger am 1. Oktober 1867 in sein Amt eingeführt werden.

Georgsdorf wurde also Gemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Sie wurde nach König Georg V. (Hannover) benannt, weil er dem Dorf eine Kirche stiftete.

Die politische Gemeinde Georgsdorf ist der etwas später besiedelte Teil der Landgemeinde Piccardie (gegründet im Jahre 1647), die sich im Jahre 1760 in die Gemeinden Alte- und Neue Piccardie teilte. 1862 erhielt Neue Piccardie den Namen Georgsdorf. 1884 wurde der Kanal der Gemeinde Georgsdorf von der damals gegründeten ‚Linkssemischen Kanalgenossenschaft‘ gegründet.

Seit 1974 gehört Georgsdorf zur Samtgemeinde Neuenhaus.